Leulitz

Der Ort wird unter dem Namen Lulici in einer alten Urkunde vom Jahre 1284 zuerst erwähnt. Es war eine Zeit lang im Besitz der Bischöfe von Meißen. Es wird in alten Schriften berichtet, dass unweit der Schäferei ein dem heiligen Laurentius gewidmetes Kloster gestanden haben soll. Dies kann aber nicht mehr belegt werden.

Was der Name Leulitz bedeutet, ist schwer zu bestimmen. Der Name ist wohl zurückzuführen auf den Namen des ersten slawischen Ansiedlers.

In der Nähe des Tiefteiches befand sich eine mittelalterliche Wasserburg, von der heute fast nichts mehr zu sehen ist. Ein Rittergut bestand vor der Reformation in Leulitz nachweislich nicht, sondern ist erst später durch Ankauf oder sonstigen Erwerb von Grundstücken gebildet worden, welche ehedem zum Kloster und zu anderen Gütern gehörten.

Über die Besitzer dieses Rittergutes ist Folgendes überliefert:

Leulitz und das Filialdorf Altenbach hatten wahrscheinlich schon vor mehr als 400 Jahren einen Kirchenpatron und Gerichtsherrn. Die Herren von Pflug haben Leulitz und Altenbach besessen. Das Pflugsche Wappen ist unter einem Fenster des Kirchengebäudes eingehauen. Von diesem sind heute nur noch Fragmente zu sehen.

Vermutlich war Leulitz damals ein Teil des sehr ausgedehnten hochadligen Besitztums der Herren von Pflug auf Pomßen, Seifertshain und Naunhof. Auch die Herren von Planitz müssen neben Altenbach auch Leulitz besessen haben, denn im Jahre 1540 verkauften sie Leulitz an die Grafen von Schönfeld.

In einem alten Pfarrverzeichnis anno 1574 wird gleich zu Anfang als damaliger Lehnsherr von Leulitz der gestrenge und ehrenwerte Hans von Schönfeld auf Belgershain genannt. Von dieser Familie sind mehrere Glieder im Trauungs-, Tauf- und Totenregister des hiesigen Kirchenbuches genannt, z. B. der am 11. August 1724 verstorbene Herr Johann Erich von Schönfeld.

Von Johann Christoph von Schönfeld erkaufte sich im Jahre 1740 Herr Johann Theodorus Koch das hiesige Rittergut. Er war Erb-, Lehns- und Gerichtsherr auf Niederglauchau bei Eilenburg. Durch seine finanziellen Mittel wurde die Kirche verschönert und mit einer Orgel versehen, und auch Pfarr- und Schulwohnung wurden neu erbaut. Noch länger war Gutsherr und Kirchenpatron von Leulitz, Herr Carl Heinrich Theodor Koch, Kurf. Sächs. Stift Meissnischer Regierungsrath zu Wurzen.

Ihm folgte sein einziger Sohn Karl Heinrich Theodor Koch, geb. am 8. Dezember 1781, unter dessen einsichtsvoller Leitung sowohl die Agrikultur (Ackerbau), die Forstwirtschaft, die Viehwirtschaft und Schäferei des Rittergutes den erfreulichsten Aufschwung genommen hat. Dem Kunstsinn der Familie Koch verdankt Leulitz die Anlage eines auf der Südseite des Rittergutes gelegenen herrschaftlichen Parks, von dem aber bereits zum Ende des 19. Jh. wenig zu sehen war. Nach Bewirtschaftung des Rittergutes seitens der Witwe übernahm es der Sohn, Maximilian Ebert Koch.

Nicht mehr lange sollte Leulitz in den Händen des neuen Besitzers bleiben, im Jahre 1860 ging es durch Kauf in den Besitz der Familie von Hohenthal-Püchau über. Am 1. April 1861 sahen, wie es in den Akten heißt, die Bewohner von Leulitz ihren geliebten Herrn scheiden.

Vom Rittergut ist heute nur noch das Herrenhaus erhalten.

Die Schulstelle findet in einem Verzeichnis aus dem Jahre 1554 erstmals Erwähnung. Um das Jahr 1680 wurde das erste Schulhaus errichtet.

Die ehemalige Rittergutsschmiede stammt aus dem Jahre 1789 und befindet sich in einem sehr guten Zustand.

Im Jahre 1860 wurde der Gasthof fertiggestellt, dessen Gebäude sich heute in einem jämmerlichen Zustand befindet.

1866 kam es in der jetzigen Gartenstraße zu einem verheerenden Brand, bei welchem mehrere Bauerngüter ein Raub der Flammen wurden.

Kirche im Nov. 2006



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